Die Gründerin und ihre Geschichte
Der Anstoß für “Die nächsten 25 Jahre” ist pure Leidenschaft.
Eine Leidenschaft für etwas, das so drastisch mein Leben veränderte, dass ich es mit jedem in der Welt teilen möchte!
Die Verletzung
Vor acht Jahren mühte ich mich damit ab nach 3 Knieoperationen wieder völlig zu Kräften zu kommen. Ich hatte mich gerade einer Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes im Knie unterzogen, und drei Wochen nach meiner Operation brach meine linke Kniescheibe als ich die Treppen hinunter ging plötzlich entzwei. Die Schmerzen waren entsetzlich. Man konnte den Bruch hören. Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass das nächste Jahr war eine echte Herausforderung. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser kleine Zwischenfall tatsächlich zum Geschenk wurde und einen Lebenswandel hervorrief.
Die Reha, die nichts half.
Während der Rehabilitation nach meinen Operationen stellte ich mir meine Zukunft vor. Ich hatte mit der Forschung für einen Magister in Gesundheitswissenschaft angefangen und erst kürzlich entdeckt, dass ich eine Begabung für komplexe Sachgebiete habe und das inspirierte mich den Weg der Wissenschaften einzuschlagen. Während ich mir meine “Zukunft” vorstellte, waren alle Versuche, wieder vollständige körperliche Funktionsfähigkeit zu erlangen, vergeblich. Ich machte alle “korrekten” Übungen waren, die selben, die ich anderen in meinen Reha Programmen lehrte: Ich machte intelligentes Stretching, wurde stärker, konnte mich normal bewegen und war ästhetisch symmetrisch – alles was man nach einer Operation anstrebt. Die Grundfunktionen, die grundsätzlich zu jeder körperlichen Rehabilitation gehören waren jedoch nicht da. Ich wurde unbeweglicher und fühlte mich nicht wohl in meiner Haut, wurde immer unmotivierter und frustrierter. Bewegung war kein Vergnügen mehr. Meine Figur war besser denn je aber diesen durchtrainierten Körper zu bewegen fühlte sich an als würde ich Ziegelsteine hinter mir herschleppen.
Ein bescheidener Physiotherapeut in Thirroul
Mein Physiotherapeut seinerzeit war ratlos. Er verwies mich an einen anderen Physiotherapeuten, mit einer Ausbildung auf einem Gebiet von dem ich noch nie gehört hatte, Die Feldenkrais Methode.
Die erste Begegnung mit der Feldenkrais Methode erfolgte 2001 und die Tür zum Rätsel und der Misere einer schief gelaufenen Rehabilitation öffnete sich. Wir schreiben nun das Jahr 2009 und weiß jetzt dass die Methode, die vielleicht etwas wie ein mysteriöser Kult des Neuen Zeitalters klingt, gar nicht so mysteriös ist.
Eine wunderbare neue Freundschaft
Inzwischen bin ich eine ausgebildete Feldenkrais Praktikerin. Mein Weg, seit einer vorbildlichen Selbstwahrnehmung durch Bewegung und auf elegante Weise überbrückte Unmöglichkeiten, führte zur Erweiterung und Herausforderung meiner erlernten Kenntnisse. Ich wurde in eine bemerkenswerte Kariere katapultiert.
In meinem ersten Praxisjahr wurde mir deutlich klar, dass der Schreibstil von Dr. Moshe Feldenkrais für die meisten Personen sehr schwer zu begreifen ist. Es dauerte Wochen, Monate und sogar Jahre, die vielen seiner Lehren, reich an Theorie und wunderschönen Innovationen, völlig zu verstehen. Es wurde sehr wenig produziert, das die Wirksamkeit und die Komplexität der Methode in einer Weise pries, dass sie für die allgemeine Öffentlichkeit einfach zu verstehen war.
Ich bitte Sie, ist das wirklich alles?!
Ich war erstaunt und hatte sogar eine gesunde Portion Wut im Bauch, dass in den fast 25 Jahren nach seinem Tod sehr wenig über die Grundlagen, Prinzipien und Anwendungen der Feldenkrais Methode geschrieben oder produziert wurde. In vielen Berichten wurden Teile der Themen und Prinzipien der Arbeit übernommen und damit zwar die Voraussetzungen zur Vermittlung des theoretischen Grundwissens geschaffen, aber nirgendwo wird alles zusammengefasst und in verschiedenen praxisbezogenen Fällen angewandt, wobei das WIE am wichtigsten ist.
Bin ich denn verrückt?
In meiner 33-jährigen Naivität reizte es mich, ein solches Projekt anzugehen. Es fragte sich jedoch, ob das Verlangen besteht, mit Medien und visuellen Mitteln die Moshe Feldenkrais Methode, und wie sie in den vergangenen 25 Jahre praktiziert und durch die ursprünglichen Schüler und deren Schüler verbreitet wurde, zu dokumentieren. Vielleicht war es sogar dringend erforderlich? Es gab alles zu gewinnen, aber auch viel zu verlieren. Das Werk der lebenslangen Hingabe und harten Arbeit eines Mannes im Abgrund der modisch gewordenen Seele-Körper Modalitäten, oder bereits aufgrund von Fehlinterpretationen, schlechter Presse, Ego, Verwässerung oder aller oben genannten Punkte aus der Mode gekommen, zu verlieren, war ein wenig beunruhigend. Zu wissen, dass sein Genius, so einfach und doch vorausschauend, möglicherweise die Art wie Menschen für sich und ihre Umwelt sorgen, verändern könnte – dieses Wissen zu verlieren war keine Alternative für mich.
Hunderte von Emails, Stunden am Telefon, Tausende von Tastenanschlägen und unzählige Tassen Espresso später, bin ich hier angekommen.
Und so entstand “Die nächsten 25 Jahre”.
-Irene Gutteridge – July 2009